Mo

09

Okt

2017

Homöopathischer Waldspaziergang

Agaricus muscarius Amanita muscarius

Der Fliegenpilz

 

Auf meinem gestrigen Waldspaziergang im „Grünen Band“ hier im Herzogtum Lauenburg begegnete ich zahlreichen „Männlein im Walde“ mit ihren roten Mäntelchen und bekam Lust Euch das Homöopathische Mittel Agaricus muscaris näher vorzustellen.

 

Herkunft und Geschichtliches

 

Seinen Name Agaricus erhielt der Pilz nach der dalmatinischen Landschaft Agaria.
Amanita ist griechisch und heißt übersetzt Pilz. Die Artbezeichnung „muscarius“ stammt von dem lateinischen „musca“ = Fliege und nimmt Bezug auf seine tödliche Wirkung auf Fliegen. In früherer Zeit stellte man eine Schale mit Milch auf den Tisch, in der sich getrockneter oder frischer Fliegenpilzen befand. Das Ganz wurde zuvor aufgekocht. Innerhalb kürzester Zeit war die Oberfläche voll mit toten Fliegen. Daher trägt Agaricus die deutsche Bezeichnung Fliegenpilz.

 

 

Muscarin

 

Bereits 1869 wurde dieser erste Giftstoff entdeckt.
Das Alkaloid von Agaricus übt einen großen Einfluss auf alle Arten von Absonderungen aus.

 

Man vermutet, dass es an der Stimulation der Endphasern der sekretorischen Nerven liegt, dass es zu vermehrtem Tränenfluss, exzessiven Schwitzen und starkem Speichelfluss kommt.
Auch die Sekretion der Leber wird durch Muscarin angeregt, während gleichzeitig die Nierenausschüttung vermindert wird. Atropin wirkt Muscarin genau entgegengesetzt.

 

 

Homöopathie

 

Lassen wir zuerst Samuel Hahnemann selbst zu Wort kommen:

 

„Von diesem stinkenden Pilze mit scharlachrothen, mit weißlichen Warzen besetzen Hute und weißen Blättchen nimmt man, wenn er vorsichtig getrocknet worden ist, einen, vom  frischen aber zwei Gran, um durch dreistündiges Reiben auf gewöhnliche Weise mit Milchzucker, nachmaliges Auflösen und Verdünnen und Potenzieren mittels jedesmaliger zwei-Schüttel-Schläge seine Kraft-Entwicklungen bis zu X zu bereiten“

 

 

 

Das der Fliegenpilz ein Giftpilz ist, dessen bekanntestes Gift das Muscarin ist, wissen vermutlich einige von Euch.  Und es gibt kein Gegengift!

 

Symptome

 Nach dem Verzehr entwickeln sich die Symptome von Agaricus nicht sofort. Es vergeht eine Zeit, zwischen 12-14 Stunden, bis die ersten Anfälle auftreten. Seine Wirkung auf das Gehirn gleicht der eines Rauschgiftes und ist deutlich stärker als der von Alkohol. Es verursacht Schwindel und Delirium, gefolgt von tiefer Bewusstlosigkeit. Starke Erregung, Rauschzustände, Bewusstseinsstörungen, Krämpfe, Sehbeschwerden, Speichel und Tränenfluss sind die ersten psychotrope Wirkung.

 

Der Patient hat das Gefühl, als werde er von Eisnadeln durchbohrt und ist sehr empfindlich gegen Druck und kalte Luft.

 

Das Gefühl von intensiver Kälte ist sehr stark, so dass alle Symptome, die bei einer Erfrierung sich zeigen (Frostbeulen, Blaufärbung, Jucken, Röte und Brennen) beschrieben werden.

 

Neben dem starken Kälteempfinden besteht auch eine Empfindlichkeit gegen Sonnenstrahlen, so dass auch der Sonnenstich auf Agaricus verweisen kann, wenn nach Bewegung oder auch durch Bewegung mit Druck von außen die Symptome sich verschlimmern.

 

Am ganzen Körper kommt es zu spasmotischen Zuckungen, gefolgt von nachlassender Zittrigkeit, schließlich Entspannung und Erschöpfung. Zuckungen um Auge und im Gesicht, dass Rot ist, ohne heiß zu sein, ebenso Aufgedunsen und verzerrt. Der Patient verspürt Heißhunger und schlingt die Speisen hinunter.

 

Oft ein Mittel bei Epilepsie, Myopathiene, Nystagmus, Tremor, Delirium Tremes uvm.

 

Die wahlanzeigenden Gemütssymptome lassen sich in 4 Stadien einteilen:

 

1. Leichte Stimulation zeigt durch eine sichtbar gesteigerte Fröhlichkeit, Mut und Geschwätzigkeit

 

2. Hier haben wir schon eine deutliche Vergiftung bei der es zu großer Gemütserregung kommt. Unzusammenhängendes Reden, Frohsinn wechselt mit Melancholie, Fehlende Wahrnehmung relativer Größen, so werden kleine Hindernisse bewältigt, als seien es riesige Baumstämme und ein kleines Loch erscheint wiederum als ein riesiger Abgrund.

 

Die physische Kraft ist verstärkt, es können schwere Lasten gehoben werden.

 

3. Im dritten Stadium erreicht der Patient einen Zustand von wütendem oder rasendem Delirium mit Schreien, Toben und dem Drang sich selbst zu verletzen.

 

4. Im vierten und letzten Stadium folgen Depression, Müdigkeit, Gleichgültigkeit und Verwirrtheit mit einer allgemeinen nervösen Erregung, wie man sie bei Fieberdelirien oder Delirium tremens vorfindet.

 

 

 

„Agaricus hat immer „Zucken“

Ferner Brennen, Kribbeln, Jucken,

Sei es an den Augenlidern

Sei´s am Herzen, an den Gliedern

Ob Veitstanz oder Krämpfe

Mit Agaricus bekämpfe

Wenn Du dies Phänomen

mit aller Deutlichkeit kannst sehen“

 

Ernst Gardemin: Homöopathische Reimregeln

 

 

 

Quellen:

Samuel Hahnemann: gesamte Arzneimittellehre A-C

Der neue Clarke Band 1

Boericke, Handbuch der homöopathischen Materia Medica

Nash, Leitsymptome

Vonaburg, Homöotanik A-G

 

Fr

07

Apr

2017

Homöopathisch = Homöopathie ?

In meinem ersten Blog haben wir uns der Frage gewidmet, wie verordnete Globuli zu dosieren sind.

Bei dem Begriff Globuli denkt vermutlich jeder sofort, ah eine homöopathische Behandlung?

Aber wie ist das nun mit den Begriffen Homöopathie und homöopathisch?

Können wir wirklich sagen Homöopathisch = Homöopathie?

 

Hier beginnt bereits die erste Schwierigkeit, denn die Werbeindustrie hat längst entdeckt, dass mit dem Begriff „homöopathisch“ jedes naturheilkundliche Produkt gut oder sogar besser zu verkaufen ist.

 

 

Gehen wir der Sache also mal auf den Grund. Wenn man einfach nur den Begriff homöopathisch übersetzt, so stellt man fest, der Ursprung ist griechisch

 

ho·möo·pa̱·thisch

 

Adjektiv [nicht steig.]

 

  1. mit den Methoden der Homöopathie.

 

"homöopathische Heilmethoden"

 

 

Bringt uns das nun weiter? Nicht wirklich, denn aus der Werbung kennen wir den Begriff, dieses Produkt wurde homöopathisch hergestellt….

Samuel Hahnemann hat uns im Organon der Heilkunst genaue Anweisungen hinterlassen, wie ein homöopathisches Heilmittel hergestellt werden soll.

 

Homöopathische Arzneimittel werden in flüssiger Form, als sogenannte Dilution, und in fester Form als Tabletten oder Globuli (Streukügelchen) verabreicht.

Das Wirkprinzip der Homöopathie beruht auf dem Leitsatz „Ähnliches mit Ähnlichem heilen“ – auch „Simile-Prinzip“ genannt.

Natürliche Substanzen, die bei Gesunden Krankheitssymptome hervorrufen, werden bei Kranken in homöopathischen Dosen gegen ähnliche Beschwerden eingesetzt.

Die Wirkstoffe können pflanzlichen, tierischen oder mineralischen Ursprungs sein.

Hierdurch werden die Selbstheilungskräfte des Körpers stimuliert und die Symptome gelindert.

Das klingt doch alles ganz plausibel oder?

 

 

Leider ist dem nicht so, denn hier beginnen sich jetzt die Wege zu trennen, der klassische (Tier)-Homöopath wird seinem Patienten i.d.R. ein gut gewähltes Einzelmittel passend zu seiner Symptomen verordnen.

Was die Werbung der Pharmaindustrie da alle unter homöopathisch verkauft, hat nicht mehr viel damit zu tun.

 

Hier werden einfach Homöopathische Einzelmittel, die bestimmte Symptome abdecken vermischt zu den sog. Komplexmitteln.

Nach dem Prinzip, man nehme… werden hier Mittel vermischt, die jedes für sich nach dem HAB (Homöopathischen Arzneibuch) hergestellt worden sind, nun aber in einen Cocktail gekippt werden, der nicht mehr viel mit Homöopathie im eigentlichen Sinne zu tun hat.

 

 

Auch verschiedene Kräuter zu vermischen und ihre sanfte Wirkungsweise anzubieten, hat nichts mit Homöopathie zu tun, das ist Pflanzenheilkunde (Phytotherapie).

Auch Bachblüten und Schüssler Salze sollen ja homöopathisch wirken? Wie kann das sein, sind es doch für sich alleine schon eigene Heilmethoden, die ich Euch sehr gerne separat vorstelle!

 

 

Ihr fragt Euch jetzt mit Recht nach dem Sinn dahinter.

Ich denke der Begriff sanfte Medizin trifft es hier.

Im Gegensatz zur Schulmedizin mit ihren wichtigen Vertretern Antibiotika und Cortison, möchte man hier dem Kunden suggerieren, jegliche Naturheilkunde ist sanft. Und da nun mal die Homöopathie als Begriff den größten Bekanntheitsgrad besitzt, wird der Begriff „homöopathisch“ einfach über alles gestülpt, was nach Naturheilkunde aussieht. Mit der klassischen Homöopathie nach Hahnemann hat es aber nur am Rande noch etwas zu tun.

 

Lichtet sich der Nebel schon? Wir machen hier weiter und werden uns beim nächsten Mal den Komplexmitteln ausführlicher widmen.

Ich freue mich, wenn euch der Artikel gefallen hat und Ihr der spannenden Reise weiter folgt.

 

Bis zum nächsten Mal! Herzliche Frühlingsgrüße

 

Eure Stefanie

 

Di

07

Mär

2017

Globuli und Dosierung

Die Dosis macht…..

 

 

 

In unserem Fall nicht das Gift, aber es ist die meistgestellte Frage an uns Tiertherapeuten,
„Wie viele Globuli braucht meine Katze/Hund denn von dem Mittel?“

 

In der schulmedizinischen Medikation ist es üblich, dass Tabletten regelmäßig in kleineren oder größeren Stückzahlen verordnet werden.
So sind wir es gewohnt,  Antibiotika 2xtgl. 2 Tabletten oder die Entwässerungstablette für unseren Hund 2x tgl. ½ Tablette zu geben.
Bei vielen Medikamenten ist das Erreichen eines bestimmten Spiegels wichtig, andere müssen immer möglichst zur gleichen Uhrzeit gegeben werden. Kein Wunder also, wenn Ihr Euch fragt, wie viel Globuli braucht Hund oder Katze denn nun?

 

Hier ist dann der Unterschied zur Homöopathie deutlich erkennbar. Ihre Wirkungsweise ist eine völlig andere.  In den Globuli befindet sich nach Verschüttelung und Potenzierung nur noch die Information der Ausgangssubstanz. Wir Tierhomöopathie arbeiten mit „Information“ eines Mittels.

 

Um das genauer zu verstehen denke Dir folgende Ausgangssituation. Ich möchte Dir meine Daten, Name, Straße und Telefonnummer mitteilen und gebe Dir dafür meine Visitenkarte. Jetzt hast Du alle Informationen, die für Dich wichtig sind. Selbst wenn ich Dir jetzt zehn Visitenkarten gebe, erhöht sich nicht die Anzahl der Information. Diese bleibt immer gleich.

 

Wenn wir also einem Tier zur Therapie ein homöopathisches Mittel geben, möchten wir den Organismus zur Selbstheilung anregen. Wir geben ihm mit dem Mittel einen Impuls oder eben eine Information. Es ist dabei völlig unerheblich, ob diese Information zum selben Zeitpunkt mit einem Globulus oder mit zehn Globuli gegeben wird. Der Körper hat einmal den Impuls bekommen, den er für seine Gesundung braucht.

 

Wenn Ihr also das nächste Mal ein homöopathisches Mittel von Eurem Tiertherapeuten für Euer Tier bekommt, denkt einfach an die Visitenkarte und ihre Information.

 

 

 

Bis zum nächsten Artikel- startet gut in die ersten sonnigen Tage!

 

Eure Stefanie

 

Fr

03

Mär

2017

TierHomöopathie-Blog

 

 

MOIN!

Wie schön, dass Du hergefunden hast. Im Rahmen meiner Praxistätigkeit und im Alltag werde ich oft mit Fragen konfrontiert, wie die Homöopathie genau wirkt und was ich denn mit ihr für die Tiere tun kann. Durch Missverständnisse und Halbwissen, das die Medien verbreiten, herrscht Unsicherheit  und durch den Dschungel der Homöopathie zu blicken ist nicht einfacher, sondern komplizierter geworden.

Mich begeistert die Homöopathie seit über 25 Jahren – folgt mir hier auf eine Reise durch Homöopathie & andere Naturheilverfahren.
Die Gesundheit Eurer Tiere liegt mir dabei besonders am Herzen!

 

 

Jetzt viel Spaß beim stöbern und lesen!

 

Eure Stefanie

Fr

07

Apr

2017

Homöopathisch = Homöopathie ?

In meinem ersten Blog haben wir uns der Frage gewidmet, wie verordnete Globuli zu dosieren sind.

Bei dem Begriff Globuli denkt vermutlich jeder sofort, ah eine homöopathische Behandlung?

Aber wie ist das nun mit den Begriffen Homöopathie und homöopathisch?

Können wir wirklich sagen Homöopathisch = Homöopathie?

 

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der Gesundheit, oder Hebung und Vernichtung der Krankheit in ihrem ganzen Umfange auf dem kürzesten, zuverlässigsten, unnachtheiligsten
Wege, nach deutlich einzusehenden Gründen.“

Dr. Samuel Hahnemann,
§2 Organon der Heilkunst